Folgen für die Heim-WM und Warten auf die IIHF: DEB-Vorstandsvorsitzender Frank H. Lutz zum CAS-Entscheid über die russische Wiederzulassung
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Folgen für die Heim-WM und Warten auf die IIHF: DEB-Vorstandsvorsitzender Frank H. Lutz zum CAS-Entscheid über die russische Wiederzulassung

München (ots)

Am Freitag bestätigte der internationale Sportgerichtshof CAS die Wiederzulassung russischer Nationalmannschaften für internationale Eishockeywettbewerbe für die Saison 2026/27 und revidierte dadurch einen entsprechenden Beschluss des IIHF Council. Eine Entscheidung, die, bestätigte DEB-Vorstandsvorsitzender Frank H. Lutz, aufseiten des Deutschen Eishockeybunds im Interview mit MagentaSport, "mit Enttäuschung zunächst einmal" entgegengenommen wurde. "Wir hatten uns etwas anderes erhofft. Da machen wir auch gar keinen Hehl draus. Die Überraschung war allerdings nicht ganz so groß. Um das Ganze in den Kontext zu setzen: Seit März dieses Jahres wussten wir, dass Russland alles in Bewegung setzen würde, um wieder aufgenommen zu werden. Es gab, wie in der Presse bekannt wurde, eine Anhörung des Disziplinarausschusses der IIHF, parallel zur Weltmeisterschaft in Zürich im Mai, wo ich auch als Zeuge mit auftrat. Danach hat der Disziplinarausschuss das ans Council zurücküberwiesen. Das Council hat dann nochmal entschieden, dass Russland nicht dran teilnehmen darf. Dann wussten wir Ende Juni/Anfang Juli, dass Russland vor den CAS ziehen wird. Die Verhandlung beim CAS war bekanntermaßen vergangenen Montag. Ich musste am vergangenen Freitag als Zeuge auftreten. Im Rahmen der Verhandlung und im Rahmen der Nachfragen, die von den Richtern kamen, konnten wir schon abschätzen, dass das möglicherweise nicht in die Richtung gehen würde, die wir uns vorgestellt haben."

Im Moment liegt der Puck, bestätigte Lutz, vorrangig bei der IIHF, zu entscheiden, wie die nächsten Schritte aussehen - auch im Hinblick auf die Heim-WM kommendes Jahr: "Wir sind nur Ausrichter. Wir sind nicht der Veranstalter. Die IIHF ist der Veranstalter. Das ist auch der Grund, warum wir an dem Gerichtsverfahren keine Beteiligten waren. Wir waren keine Partei. Die Parteien waren Russland und die IIHF. Wir müssen uns zunächst mal darauf verlassen, beziehungsweise abwarten, wie die IIHF in den nächsten Tagen entscheidet, was das für unsere Weltmeisterschaft bedeutet, um dann auch Plan B oder C entwickeln zu können."

WM-Boykotte will Lutz nicht ausschließen: "Es besteht natürlich auch die Gefahr, dass Länder sagen, wir können unter diesen Umständen nicht an dem Turnier teilnehmen. Ich hoffe es natürlich nicht. Aber es gab schon Indikationen in der Vergangenheit. Wir haben in Lettland eine Situation, wo es per Gesetz verboten ist, gegen russische Teams anzutreten. Auch das müsste man sich dann anschauen, was das für ein Turnier wie die Weltmeisterschaft bedeuten würde. Ich hoffe wirklich nicht, dass es zu einem Boykott führen wird, weil das keinem nutzt, insbesondere nicht den Sportlern. Aber völlig auszuschließen ist das natürlich nicht."

Auch den absoluten Worst Case, das Gastgeber-Recht zurückzugeben, hält sich Lutz offen, wenngleich nur als Notlösung: "Ich möchte keine Schwarzmalerei betreiben. Ich möchte auch nicht die Weltmeisterschaft infrage stellen. Aber natürlich müssen wir uns als DEB auch mit der Option befassen, dass wir diese Weltmeisterschaft zurückgeben. Denn in ein wirtschaftliches Risiko, das wir nicht mehr stemmen können, können wir uns auch nicht begeben. Ich glaube, dass wir eine Lösung finden werden. Da bin ich sehr, sehr optimistisch. Aber natürlich ist das auch etwas, was man von uns verantwortungsvollerweise erwarten darf."

Nachfolgend Clips und Stimmen vom Interview mit dem DEB-Vorstandsvorsitzenden Frank H. Lutz zum Urteil des internationalen Sportgerichtshofs (CAS) zur Wiederzulassung russischer Nationalmannschaften zu internationalen Eishockeywettbewerben. Bei Verwendung bitte MagentaSport als Quelle angeben. Weiter geht es mit dem 14. Spieltag der PENNY DEL am Sonntag. Ab 13.30 Uhr steht das Spitzenspiel an, die Neuauflage des Finals der Vorsaison zwischen den Eisbären Berlin und den Adlern Mannheim.

Frank H. Lutz, DEB-Vorstandsvorsitzender, darüber, wie die Entscheidung pro Russland entgegengenommen wurde: "Mit Enttäuschung zunächst einmal. Wir hatten uns etwas anderes erhofft. Da machen wir auch gar keinen Hehl draus. Die Überraschung war allerdings nicht ganz so groß. Um das Ganze in den Kontext zu setzen: Seit März dieses Jahres wussten wir, dass Russland alles in Bewegung setzen würde, um wieder aufgenommen zu werden. Es gab, wie in der Presse bekannt wurde, eine Anhörung des Disziplinarausschusses der IIHF, parallel zur Weltmeisterschaft in Zürich im Mai, wo ich auch als Zeuge mit auftrat. Danach hat der Disziplinarausschuss das ans Council zurücküberwiesen. Das Council hat dann nochmal entschieden, dass Russland nicht dran teilnehmen darf. Dann wussten wir Ende Juni/Anfang Juli, dass Russland vor den CAS ziehen wird. Die Verhandlung beim CAS war bekanntermaßen vergangenen Montag. Ich musste am vergangenen Freitag als Zeuge auftreten. Im Rahmen der Verhandlung und im Rahmen der Nachfragen, die von den Richtern kamen, konnten wir schon abschätzen, dass das möglicherweise nicht in die Richtung gehen würde, die wir uns vorgestellt haben."

...ob es einen Plan B gibt, was die Weltmeisterschaft in Deutschland betrifft: "Einen Plan B gibt es dahingehend noch nicht. Auch da ist es immer ein Missverständnis: Wir sind nur Ausrichter. Wir sind nicht der Veranstalter. Die IIHF ist der Veranstalter. Das ist auch der Grund, warum wir an dem Gerichtsverfahren keine Beteiligten waren. Wir waren keine Partei. Die Parteien waren Russland und die IIHF. Wir müssen uns zunächst mal darauf verlassen, beziehungsweise abwarten, wie die IIHF in den nächsten Tagen entscheidet, was das für unsere Weltmeisterschaft bedeutet, um dann auch Plan B oder C entwickeln zu können."

...über den Kontakt mit der Politik: "Das ist wichtig, dass man diese Ehrlichkeit hat. Es ist auch eine politische Thematik. Ja, ich bin seit gestern viel mit der Politik in Kontakt. Ich habe viele Telefonate geführt. Ich werde nächste Woche auch nach Berlin fahren, um mich mit der Politik zu treffen. Wir müssen uns mit diesen Themen auseinandersetzen. Die IIHF trifft sich meines Wissens am Montag, um sich die Karten zu legen und zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Das ist ja nicht nur unsere Weltmeisterschaft. Andere Weltmeisterschaften sind davon auch betroffen. Dann werden wir sehen, wie wir weiter fortfahren. Aber ganz wichtig, ich kann es nur wiederholen: Wir müssen uns alle ehrlich sein, das ist jetzt auch eine politische Entscheidung."

...welche Folgen die Entscheidung auf die WM in Deutschland hat: "Als erstes müssen wir von der IIHF erfahren, wie das Teilnehmerfeld zukünftig aussehen soll. Ob sich der Spielplan verändert. Das weiß bisher niemand. Kommt Russland rein? Für wen kommt Russland rein? Wird einfach nur ein Team A durch Team B ersetzt? All das wissen wir im Moment noch nicht. Wir haben mit dem Kartenvorverkauf begonnen. Wir haben bisher keine Einzeltickets verkauft. Das hilft uns in der jetzigen Situation ein kleines Bisschen. Bisher sind es 'nur' Tagestickets - mit Ausnahme des Eröffnungsspiels. Das macht die Situation nicht unbedingt besser. Aber vielleicht etwas weniger komplex. Nur, wir brauchen jetzt so schnell wie möglich Klarheit, um zu wissen, wie dieses Turnier zukünftig überhaupt ausgestaltet werden soll."

...darüber, dass der DEB eine Vorgabe von der IIHF für das Ticketing bekommen soll "Wir würden von einem normalen Turnier auch wirtschaftlich profitieren. Nur, unter dieser neuen Konstellation kommen ganz andere Kosten auf uns zu, gerade Sicherheitsthemen, die eine ganz andere Relevanz bekommen, als wir das in der Vergangenheit gedacht haben. Auch das wird Gegenstand der Diskussionen sein müssen, sowohl mit der deutschen Politik als auch mit der IIHF, was das finanziell für die beteiligten Parteien bedeutet."

...ob sich auch die Bundesregierung bezüglich Visen für die russischen Sportler einschaltet: "Dafür habe ich im Moment überhaupt kein Gefühl. Das wird sicherlich Gegenstand der Gespräche nächste Woche sein, wie weit die Bundesregierung bereit ist zu gehen. Es ist eine politische Entscheidung, die wir als DEB nicht wirklich beeinflussen können."

...dazu, dass die Ukraine als zweiter Aufsteiger zugunsten Russlands theoretisch weichen könnte: "Das ist definitiv, gerade auch was die Reputation und Integrität des Sports anbelangt, eine extrem schwierige Situation. Da will ich im Moment aber überhaupt nicht spekulieren, weil ich nicht weiß, wie die IIHF am Ende des Tages entscheiden wird."

...was die denkbaren Szenarien für eine russische Teilnahme sind: "Ich weiß, die jetzige Weltmeisterschaft wird mit dem Teilnehmerfeld, das wir alle kennen, stattfinden. Da wird Russland nicht auf die letzte Rille noch reinkommen. Aber wie es zukünftig mit Auf- und Abstieg sein wird, auch das ist etwas, das zunächst von der IIHF geklärt werden muss."

...über die nächsten Tage und Wochen des DEB: "Der DEB ist sich seiner Verantwortung total bewusst. Wir haben nicht überall die volle Handlungsfreiheit und Handlungsmacht. Aber wir haben unsere politischen Kanäle, nicht nur seit gestern, auch vorher schon aktiviert - aber seit gestern intensiviert. Ich habe viele Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern geführt, natürlich auch mit dem DOSB, der in diesem ganzen Thema auch eine wichtige Rolle spielt. Dann werden wir schauen, wie sich das in den nächsten Wochen entwickelt. Eins ist auch klar: Wir brauchen so schnell wie möglich eine Entscheidung, denn wir brauchen auch Planungssicherheit."

...ob er mit Boykotten für die WM rechnet: "Ganz genau so ist es. Es besteht natürlich auch die Gefahr, dass Länder sagen, wir können unter diesen Umständen nicht an dem Turnier teilnehmen. Ich hoffe es natürlich nicht. Aber es gab schon Indikationen in der Vergangenheit. Wir haben in Lettland eine Situation, wo es per Gesetz verboten ist, gegen russische Teams anzutreten.

Class (B2B/B2C)
B2B
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Folgen für die Heim-WM und Warten auf die IIHF
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MagentaSport: München (ots) - Am Freitag bestätigte der internationale Sportgerichtshof CAS die Wiederzulassung russischer Nationalmannschaften für internationale Eishockeywettbewerbe für die Saison 2026/27 und revidierte dadurch einen entsprechenden ...

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